Krokodile und Gespenster

...von Krokodilen, Gespenstern und anderen SchreckenswesenÂ đŸ‘»đŸ‘»

Welcher Reiter kennt es nicht, sein Pferd sieht Gespenster, Krokodile, Einhörner oder sonstiges FurchteinflösendesÂ đŸ‘»đŸđŸŠ„. Der Mensch nimmt kein Problem war und das Pferd erschreckt sich vor Dingen, die scheinbar gar nicht vorhanden sind. Oft passiert es, dass Pferde, die nie zu Schreckhaftigkeit tendiert haben, plötzlich von heute auf morgen Dinge wahrnehmen und beĂ€ngstigend finden, die offensichtlich nicht vorhandensind. Andere Pferde wiederum reagieren plötzlich in Schreckmomenten anders als der Reiter es bisher gewohnt war oder sind auf einer Hand unkonzentrierter als auf der anderen.

NatĂŒrlich gibt es viele GrĂŒnde weshalb sich Pferde so verĂ€ndern können, zwei sehr unterschĂ€tzte Auslöser möchten wir euch kurz erklĂ€renÂ đŸ€—

In der Praxis leiden schreckhafte, guckige oder "hysterische" Pferde oft an einem nicht ausgeglichenen Haushalt ihrer MikronĂ€hrstoffe, wie Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Ein unpassendes VerhĂ€ltnis von Calcium, Phosphor und Magnesium kann ebenso eine erhöhte Fluchtbereitschaft auslösen, wie ein Mangel an B-Vitaminen. Umso wichtiger ist es, jedes Pferd individuell auf seine BedĂŒrfnisse abgestimmt, sprich sein Bewegungspensum und seine Grundfutterration optimal mit MikronĂ€hrstoffen zu versorgen.

Ein weiterer und gar nicht so seltener aber ganz anderer Grund fĂŒr o.g. Probleme sind Blockaden und Spannungen vorwiegend im Genick des Pferdes. Unterhalb des GenickstĂŒckes von Zaumzeug, Halfter und Co liegt einer der sensibelsten Bereiche des Pferdekörpers. Hier ist die Verbindung von SchĂ€del und WirbelsĂ€ule, die Verbindung von Gehirn und RĂŒckenmark. Besonders viele Nerven, wie auch der Sehnerv und zahlreiche BlutgefĂ€ĂŸe, die das Gehirn versorgen verlaufen in dieser Region. Blockaden können sich deshalb auch auf die Wahrnehmung des Pferdes auswirken. Eine Mangelversorgung mit Sauerstoff kann Schwindel und verschwommene Bilder zur Folge haben, genauso wie Reizungen des Sehnervs, das Sichtfeld einschrĂ€nken. Das Pferd ist erhöht fluchtbereit und neigt zu Schreckhaftigkeit und Überreaktionen. Besonders der rĂŒcksichtslose Einsatz von Hebelgebissen und HilfszĂŒgeln, mechanische Einwirkung auf das Genick beim Reiten und bei der Bodenarbeit sowie das Sich-Los-Reißen am Putzplatz traumatisieren das Genick und fĂŒhren nicht selten zu Verhaltens- und WesensĂ€nderungen.

Beobachtet eure Pferde vor allem bei solchen VerhaltensauffĂ€lligkeiten gut und hinterfragt in jedem Fall die Sinnhaftigkeit von fragwĂŒrdigen Methoden, um das Pferd "wieder gelehrig" zu machen. Checkt im Zweifelsfall immer nochmal die Grundversorgung und den Bewegungsapparat eurer Pferde. Baut euer Training gerade bei solchen Problemen durchdacht auf und beachtet vor allem das Lösen von Genick und Kiefergelenken. 
Oft hat sich das schon gelohnt und so manche Schreckgespenster lösen sich in Luft aufÂ đŸ‘»đŸ‘»đŸ€—

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