Fellwechsel beginnt zur Sommersonnwende – warum der 21. Juni für Pferde so wichtig ist
Am 21. Juni, zur Sommersonnwende, erleben wir den längsten Tag des Jahres. Für uns fühlt sich das nach Hochsommer an – für den Körper des Pferdes beginnt jedoch bereits ein ganz anderer Prozess: die Vorbereitung auf das Winterfell.
So widersprüchlich das klingen mag – es ist ein natürlicher und sehr sinnvoller Mechanismus.
Die Natur denkt voraus
Pferde orientieren sich nicht an Temperaturen, sondern vor allem an der Länge des Tageslichts. Ab der Sommersonnwende werden die Tage wieder
kürzer – ein klares Signal für den Organismus.
Genau zu diesem Zeitpunkt ist das Nahrungsangebot in der Natur am größten und liefert eine hohe Dichte an Nährstoffen. Die Natur nutzt diese Phase
gezielt, um Reserven aufzubauen und bereits mit der Produktion des Winterfells zu beginnen.
Was wir im Sommer noch nicht sehen, läuft im Körper bereits auf Hochtouren.
Fell, Haut und Stoffwechsel
Die Bildung von Fell stellt Anforderungen an den Stoffwechsel. Besonders Haut, Haarfollikel und Immunsystem sind in dieser Zeit gefordert und benötigen eine stabile Versorgung mit Mikronährstoffen.
Besonders relevant sind:
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Zink – wichtig für Hautstoffwechsel und Haarbildung
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Mangan – beteiligt an Struktur und Bindegewebe
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Kupfer – relevant für Fellqualität und Pigmentierung
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Selen – Bestandteil antioxidativer Prozesse
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hochwertige Proteine – als Grundbausteine für Haut und Fell
Diese Nährstoffe sollten immer im Zusammenspiel der gesamten Futterration betrachtet werden – idealerweise auf Basis des Grundfutters.
Sommerliche Mängel zeigen sich im Winter
Ein entscheidender Punkt wird oft unterschätzt:
Nährstoffmängel, die im Juni oder Juli entstehen, zeigen sich erst Monate später.
Typische Auffälligkeiten treten dann im November oder Dezember auf, zum Beispiel:
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stumpfes oder mattes Fell
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verzögerter oder ungleichmäßiger Fellwechsel
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empfindliche oder schuppige Haut
- brüchige oder schlechte Hufe
- Strahlfäule
Zu diesem Zeitpunkt ist eine gezielte Zufütterung häufig zu spät, da das Fell bereits angelegt ist. Der Grundstein wird im Sommer gelegt – nicht im Herbst.
Der zweite wichtige Zeitpunkt: Wintersonnwende
Auch die Wintersonnwende um den 21. Dezember spielt eine zentrale Rolle.
Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger – und damit startet bereits der nächste Fellwechsel, auch wenn er äußerlich noch nicht
sichtbar ist. Der Körper bereitet sich langsam auf das Abhaaren im Frühjahr vor.
Das zeigt deutlich: Fellwechsel ist kein kurzer Zeitraum, sondern ein langfristiger, lichtgesteuerter Prozess.
Fütterungsempfehlungen zur Begleitung des Fellwechsels
Zur Basisversorgung eignet sich ein ausgewogenes Komplettmineral, das gezielt auf Haut und Fell abgestimmt ist.
👉 Hautwohl enthält hohe Gehalte an Zink, Mangan und Kupfer und unterstützt so eine
bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung während des Fellwechsels.
Da Fell überwiegend aus Eiweiß besteht, sind hochwertige Proteinquellen eine wichtige Ergänzung:
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ProteinQuelle
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Basissamen
Zusätzlich kann eine zeitlich begrenzte Zink-Kur mit dem Ergänzer Zink zum Mineralfutter sinnvoll sein. Eine gezielte Zinkzufuhr kann den Fellwechsel begleiten und den Stoffwechsel in dieser intensiven Phase entlasten – auch im Hinblick auf das Immunsystem.
Roter Sonnenhut – Unterstützung für empfindliche Pferde
Gerade Pferde, die im Fellwechsel sensibel reagieren oder zu Hautproblemen neigen – etwa bei wiederkehrenden Pilzthemen oder erhöhter Infektanfälligkeit – profitieren oft von zusätzlicher Unterstützung des Immunsystems.
Hier kann der Rote Sonnenhut (Echinacea) begleitend eingesetzt werden. Er wird traditionell zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr verwendet und kann insbesondere in Phasen erhöhter Belastung, wie dem Fellwechsel, sinnvoll sein – vor allem bei Pferden, die in dieser Zeit empfindlich reagieren.
Auch hier gilt: gezielt, zeitlich begrenzt und angepasst an das einzelne Pferd.
Fazit: Fellwechsel beginnt lange vor dem sichtbaren Haarverlust
Fellwechsel ist kein Ereignis im Herbst oder Frühjahr, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der sich an den Wendepunkten des Jahres
orientiert.
Wer zur Sommersonnwende und zur Wintersonnwende bewusst hinschaut, kann die Versorgung seines
Pferdes vorausschauend gestalten.
So wird der Fellwechsel nicht nur äußerlich begleitet, sondern stoffwechselgerecht, naturnah und angepasst an die individuellen Bedürfnisse des
Pferdes 🌿🐴
Versorgst du dein Pferd über das gesamte Jahr mit den passenden Nährstoffen, stellt auch der Fellwechsel kein wirkliches Problem dar für dein Pferd.

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